Zurück zu „Die Landfluchtwende“ – Verein zur Förderung der Dorfentwicklung Freienhagen (MFWG) e.V.

Mobilität

Gibt es öffentlichen Personennahverkehr in Freienhagen? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ein Großteil der Freienhagener Bürger/innen wird dies verneinen, wenn sie jemand danach fragen würde. Nur wenige Male am Tag kommt werktags während der Schulzeiten ein Bus (Linie 510) durch Freienhagen. Aber es gibt an allen Tagen im Jahr jede Stunde eine Verbindung mit dem AnrufSammelTaxi z.B. nach Sachsenhausen, dort erreicht man Busse nach Korbach, Waldeck und Bad Wildungen. Für Einwohner, die sich gut auskennen, ist das ein akzeptables Angebot. Aber vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger haben Hemmnisse, dieses Angebot anzunehmen und sich ein AST-Taxi zu bestellen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wege zu den drei Bushaltestellen im Ortskern bis zu 900m weit sind. Dies bedeutet letzten Endes für manche Einwohner ohne Auto eine starke Einschränkung ihrer Mobilität. Immer öfter werden deshalb Wünsche und Anregungen geäußert, wie die Mobilität vor Ort verbessert werden könnte, damit beispielsweise medizinische und andere Versorgungseinrichtungen wieder besser und schneller erreicht werden. Ein zusätzliches Mobilitätsangebot würde vielen Bürger/innen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben außerhalb von Freienhagen ermöglichen, was bei vielen aufgrund gesundheitlicher, finanzieller und mobiler Einschränkungen aktuell nicht denkbar ist. Die steigende Nachfrage im Ort hat die Arbeitsgruppe Mobilität als Teil des Vereins zur Förderung der Dorfentwicklung Freienhagen MFWG e.V. entstehen lassen. Sie besteht aktuell aus den führenden Mitgliedern, Eckard Schmidt (62 Jahre), Mike Blechschmidt (58 Jahre), Kaja Meyer (37 Jahre) und Annalena Emmeluth (25 Jahre), durch die alle Altersgruppen und die damit verbundenen unterschiedlichen Interessen gut vertreten sind. Im Hinblick auf das fehlende Angebot vor Ort wurde bereits Kontakt mit der Gemeinde Basdorf aufgenommen, die erfolgreich von einem Bürgerbus profitiert und uns gerne von den zahlreichen positiven Erfahrungen berichtet hat. Dies hat uns dazu gebracht, in einer öffentlichen Sitzung über den Bürgerbus zu debattieren, in der sich der Ort mehrheitlich dazu entschloss, eine Förderung des Bürgerbusses beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen zu beantragen.

Bedarf:

  • Außer Metzgereien sind keine Versorgungseinrichtungen (Banken, Post, medizinische Einrichtungen, Lebensmittelmärkte, etc.) im Ort vorhanden. Der mobile Einkaufsladen der benachbarten Gemeinde Twiste ist altersbedingt seit August 2020 weggefallen
  • ÖPNV fährt nur zu Schulzeiten (Linie 510 Richtung Sachsenhausen oder Korbach)
  • Es gibt keine Schule vor Ort
  • AST-Taxi kommt für ältere Bürger/innen teilweise nicht in Frage, da der Weg zur entfernten Haltestelle aus gesundheitlichen Gründen nicht bewältigt werden kann
  • Sicherung von Vereinsaktivitäten für alle Altersgruppen (z. B. FußballSpielgemeinschaft Freienhagen-Sachsenhausen, Kreislandjugendtreffen)
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Fahrten zu Seniorentreffs, Wandergruppen, Schul- und Kindergartenaktivitäten, etc.)
  • Integration von nicht mobilen Personen
  • Verbesserung der Wohnsituation, damit keiner aufgrund der Versorgungslücken über einen Umzug nachdenken muss
  • Verbesserung der Standortattraktivität für potentielle Neubürger/innen
  • Shuttle für Veranstaltungen, Shuttle für Feriengäste (Erlebnisregion Kellerwald Edersee/Naturpark Habichtswald, auch in Kooperation mit den Mobilitätsangeboten von Basdorf und Wolfhagen)
  • Shuttle für Familien und Senioren, damit diese Ihre Angehörigen in Krankenhäusern (Bad Arolsen, Korbach, Bad Wildungen) oder in Heimen (Wolfhagen, Sachsenhausen, Korbach) regelmäßig besuchen können.
  • Anm: dies ist ein Auszug aus dem Antrag auf Förderung eines Bürgerbusses, welcher im Sommer 2020 von der Gruppe (Danke an dieser Stelle an Annalena) so gestellt wurde.

„Corona bedingt“ gab es leider keine Rückmeldung mehr, das Konzept wurde noch nicht weiter vom Ministerium bearbeitet.

Eine weitere Möglichkeit, über die auch nachgedacht werden könnte, ist  „Car-Sharing“.

In vielen größeren Städten bereits „gang und gebe“ – warum nicht auch, oder gerade auf dem „flachen Land“ eine evtl. Alternative?  Mehrere Personen teilen sich einen PKW (hier bestenfalls einen Elektrischen) denn dies spart enorme Kosten wie z.B. Anschaffung, Versicherung, Reparaturen, Steuer, etc. etc. …und oft steht das „Zweitauto“ ja eh nur die meiste Zeit alleine vor dem Haus/Hof.  😉

Die Gruppe Mobilität konnte sich, wie viele andere Gruppen leider auch, seit Monaten nicht mehr treffen. Wir hoffen aber, dass dies bald wieder möglich sein wird und wünschen uns dann die Mitarbeit -Unterstützung aller/vieler Bürgerinnen und Bürger in Freiehagen, ganz getreu dem/unserem Motto:

Maken Friggenhagen widder graut!

PS: sobald wieder Treffen möglich sind, werden wir dies natürlich hier auf  „unserer Freienhagen-Homepage“ bekannt geben.

Bleibt gesund und hoffentlich auf bald!

Euer Mike Blechschmidt (Ansprechpartner der Gruppe Mobilität) im Februar 2021.